Mittwoch, 17. September 2014

Cora Gäbel - Sambalpur University, Odisha

Der erste Monat meines (leider) nur zweimonatigen Aufenthaltes an der Sambalpur University in Odisha ist nun vergangen. Meine Reise begann in Frankfurt mit einer erfreulichen (und kostenlosen) Umbuchung in die Business Class. Über Abu Dhabi erreichte ich schließlich Delhi, eine Stadt, die ich mittlerweile recht gut kenne und deswegen als Eingangspunkt gewählt hatte. Nach einer 26-Stündigen Zugfahrt erreichte ich schließlich Sambalpur – damit war ich nur noch eine Rikshafahrt von meinem Ziel entfernt. Der Campus der Sambalpur University befindet sich nicht direkt in Sambalpur, sondern etwa 20 Kilometer entfernt neben der kleinen Stadt Burla. Der Campus ist recht klein und übersichtlich, trotzdem finden sich dort die wichtigsten Dinge: ein kleiner market complex, einige Banken, eine Post, eine Mensa und sogar ein kleines Krankenhaus.


Das Anthropology Department ist mit einigen anderen Instituten in einem Gebäude untergebracht und befindet sich im ersten und zweiten Stockwerk. Es werden zwei Master-Studiengänge angeboten: Anthropology und Social Work. Studierende im Anthropology-Studiengang müssen sich nach dem zweiten Semester für einen der zwei unterrichteten Schwerpunkte entscheiden: Social and Cultural Anthropology oder Physical Anthropology. In den ersten Semestern werden noch Veranstaltungen in beiden Zweigen besucht. 


Als ich das Department an meinem ersten Tag erreichte, wurde ich freundlich und zuvorkommend von „Ratnawali-Madam“, dem Head of Department (oder HOD), empfangen. Sie stellte mich einigen Mitarbeitern vor, in den nächsten Tagen lernte ich auch noch die restlichen Dozenten kennen. Studierende sah ich an meinem ersten Tag kaum – wegen des starken Monsunregens fielen alle Veranstaltungen aus. Dafür traf ich am folgenden Tag auf zwei Freundinnen: Joyeeta und Sushree, die nur wenige Tage vor mir von ihrem Studienaufenthalt in Tübingen nach Sambalpur zurückgekehrt waren. Nach nur kurzer Zeit hatte ich dadurch sehr viele Freunde – das gesamte dritte Semester des Departments. Miteinem Großteil der Drittsemester besuche ich gemeinsam Lehrveranstaltungen. Als Doktorandin wurde ich darum gebeten, neben meinem Besuch von Lehrveranstaltungenauch Kurse zu unterrichten. Da der Aufbau von Veranstaltungen in Sambalpur ganz anders ist als bei uns, ist das Unterrichten zwar relativ arbeitsintensiv. Trotzdem macht es sehr viel Spaß – unter anderem, weil ich nicht nur auf Englisch, sondern teilweise auch auf Hindi unterrichte (dafür reichen meine Odia-Kenntnisse leider noch nicht aus). Das ist deswegen notwendig, da einige Studierende vorher regionalsprachliche Schulen und Colleges besucht haben. Daher ist der gesamte Unterricht zwei- (Englisch und Hindi), teilweise sogar dreisprachig (Englisch, Hindi, Odia) aufgebaut. Meistens werden die gleichen Inhalte in den jeweiligen Sprachen vermittelt, trotzdem ist es aber sehr hilfreich, wenigstens noch Hindi und/ oder Odia zu sprechen – besonders auch für die Kommunikation mit den Studierenden. Zwei besonders herbeigesehnte Veranstaltungen im August waren Fresher’s Welcome und Ganesh Caturthi. Beim Fresher’s Welcome wurden die (nicht mehr ganz neuen) Erstsemester zunächst formell, später auf – für die Erstsemester – belastende bzw. – für die Drittsemester – amüsante Weise vorgestellt. Sie mussten einzeln auf die „Bühne“ kommen, Fragen beantworten, singen, tanzen und schauspielern. Die Veranstaltung endete mit der Ernennung von Mr. und Miss Fresher. Von den organisierenden Drittsemestern wurde erwartet, im Sari zu kommen. Die wiederum erwarteten natürlich auch mich im Sari. Und, gänzlich unvorbereitet, durfte ich sogar eine kleine Rede anlässlich der Eröffnung halten – vielen Dank.... 


Für Ganesh Caturthi haben einige von uns das Department am Vortag vorbereitet. Dafür wurde der Seminarraum der Drittsemester ausgeräumt und mit Luftballons, Girlanden und Lametta dekoriert. Der Weg zum Raum wurde mit auspiziösen Mangoblättern und einem Rangoli (ein buntes Bild, das mit gefärbtem Sand auf den Boden „gemalt“ wird) geschmückt. Da aber sowohl der Tag selbst, ein Freitag, als auch der darauffolgende Samstag unterrichtsfrei waren, sind die meisten Studierenden und Dozenten zu ihren Familien gefahren. 


Die Ganesh Puja selbst war sehr schön. Dadurch, dass viele bei ihren Familien waren, konnten alle Anwesenden an der Puja partizipieren. Das Ende der Puja wurde mit sehr viel prasad und einem anschließenden, ebenfalls zu optimistischen, Essen zelebriert.




ଶୀଘ୍ର ଦେଖା ହେବ, फ़िर मिलेंगें oder bis bald,

Cora

Keine Kommentare:

Kommentar posten